Die thailändische Armee warnte die Demonstranten, die gegen die Regierung protestieren und im Zentrum von Bangkok kampieren, dass die Soldaten planten, sie demnächst auseinander zu treiben. Damit steigen die Spannungen in dem südostasiatischen Land einmal mehr, nachdem das regierungsfreundliche Militär zu Beginn dieses Monats dabei versagte, die Kontrolle über die ausufernde Situation wieder zu gewinnen und es zu insgesamt 25 Toten kam. Ein Armee-Sprecher teilte gegenüber Journalisten in Bangkok mit, dass er die Demonstranten, die ein luxuriöses Stadtviertel besetzt hielten, eindringlich davor warne, dass ihre Zeit am Auslaufen sei.

Die Armee warte auf den geeigneten Zeitpunkt, um das Viertel namens Ratchaprasong, das hauptsächlich von Luxusgeschäften und Hotels durchsetzt ist, zurück zu erobern. Die Drohung der Armee reflektiere den wachsenden Druck auf Premierminister Abhisit Vejjajiva, die Demonstranten dazu zu bewegen, ihren Protestaufmarsch aufzulösen und ihre nunmehr sechswöchige Besetzung von Bangkoks Straßen aufzugeben. Über 14.000 Menschen nahmen gestern Nacht an neuen Demonstrationen in besagtem Stadtviertel teil, wie Sansern ausführte, wo sie mobile Duschen in unmittelbarer Nachbarschaft des Four Seasons Hotels aufbauten und unter den Werbeplakaten für Prada und Louis Vuitton übernachteten. Den Zusammenstößen am 10. April, bei denen mehr als 800 Personen verletzt und 25 getötet wurden, folgte der größte Absturz am lokalen Aktienmarkt innerhalb der letzten fünf Monate. Die Demonstranten, die sich für Neuwahlen aussprächen, hielten ein Stadtviertel besetzt, das ungefähr so groß sei wie der New Yorker Central Park, und das sie mit Barrikaden aus Bambus umzäunt hätten. Befürworter von Abhisit seien heute am frühen Morgen zusammen mit seinen Opponenten abermals zusammen gestoßen. Beide Seiten schmissen Flaschen, Murmeln, Steine und kleine Metallteile nacheinander. Eine auf Seiten der Regierung stehende Gruppe, die plane, eine separate Versammlung in einem anderen Stadtviertel von Bangkok an diesem Nachmittag abzuhalten, habe etwa 100.000 Unterstützer dazu aufgerufen, an einer morgen stattfindenden Kundgebung teilzunehmen, wie Organisator Tul Sittisomwong erklärte. Die Behörden des Landes wiesen die Sicherheitsdienste heute dazu an, die Kräfte vor den Ölraffinerien und Elektrizitätswerken zu verstärken, nachdem gestern zwei Granaten bei einer Tochterfirma der PTT Plc explodierten, Thailands größtem Energielieferanten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.